Erste Infos zu den Protesten am 25. November

Der Tag der Compact-Konferenz rückt immer näher. Daher wollen wir euch an dieser Stelle mit ersten Infos zur Protestplanung am Tag versorgen.

Ort der Konferenz

Aktuell ist uns nicht bekannt wo die Konferenz stattfinden wird. Der Ort wird von den Organisatoren geheim gehalten.Wir haben als ersten Anlaufpunkt eine Kundgebung am Kleinen Willy-Brandt-Platz (gegenüber Hauptbahnhof Westseite) angemeldet. Wir rufen dazu auf um 9 Uhr bereits vor Ort zu sein.

Ziel des Protestes

Unser Ziel für den Tag haben wir bereits im Aufruf formuliert: “Compact-Konferenz – stören, erschweren, verhindern!”. Daran werden wir auch am Tag selbst festhalten. Wir sind dabei solidarisch mit allen die unser Anliegen teilen.

Informationen am Tag

Informationen am Tag wird es über verschiedene Kanäle (Twitter, Ticker, Infotelefon) geben. Eine vollständige Auflistung findet ihr später hier. Nutzt bis zur Konferenz gerne schon unsere Hashtags #le2511 und #nocompact.

Aktiv gegen Compact: Spaziergang im Leipziger Osten

Die Zeitschrift Compact wird in vielen Läden verkauft. Oftmals wissen die Ladenbesitzer*innen und Verkäufer*innen dabei gar um was für eine Zeitschrift es sich eigentlich handelt. Aus diesem Grund haben wir am Donnerstag dem 08. November einen Spaziergang durch den Leipziger Osten gemacht und sind mit einigen Verkäufer*innen und Ladenbesitzer*innen ins Gespräch gekommen. Ihr habt auch Lust in dieser Form aktiv zu werden? Auf unserer Homepage haben wir einen Leitfaden sowie ein Handout für Ladenbesitzer*innen erstellt, welches gerne genutzt werden kann.

 

09. November: Vortrag “Zur Relevanz des Antisemitismus bei Compact”

19.00 Uhr Frauenkultur Leipzig (Windscheidstr. 51, 04277 Leipzig)

Ende November plant das rechtspopulistische Magazin “Compact” unter der Vorherrschaft des ehemaligen linken Polit-Aktivisten und nun rechtslastigem Autor, AFD-Fan sowie Verschwörungstheoretiker Jürgen Elsässer eine Konferenz im Leipziger Raum. Ein breites Bündnis entstand auf Initiative von Leipzig nimmt Platz im September 2017 und organisiert die Proteste gegen diese Konferenz, welche bereits vor vier Jahren in Leipzig ihre menschenverachtenden Positionen zur Schau stellten. Nun soll dies wieder geschehen und die Wahlergebnisse der Bundestagswahl zeigen auch deutlich, auf welchen fruchtbaren Boden diese national-völkischen, zum Teil antisemitischen und antifeministischen Inhalte hier in Sachsen fallen. Deswegen ist es von großer Wichtigkeit über diese Zustände aufzuklären und einen genauen Blick auf die Rolle des Magazins “Compact” zu werfen. In der Buchvorstellung “Im Feindbild vereint” wird die Zeitschrift Compact, ihr politisches Umfeld sowie ihr Antisemitismus, der unter anderem auch ihren Antifeminismus einbettet, vorgestellt.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Eine Veranstaltung der Frauenkultur Leipzig e.V.

Pressemitteilung 03. November: Offener Brief an mögliche Tagungsorte der Compact-Konferenz

Das Bündnis NoCompact will die für den 25. November angekündigte Konferenz des rechten Magazins Compact nicht unbeantwortet lassen. Laut den Organisator*innen laufen die Vorbereitungen des Gegenprotestes auf Hochtouren.

Compact versteht sich nach Einschätzungen des Bündnisses als Kontrapunkt in einer angeblich „gleichgeschalteten“ Medienlandschaft von „Einheitsmedien“. Nach Sprecherin Irena Rudolph-Kokot kommen dabei diverse menschenverachtende Einstellungen zusammen: „Das Compact-Magazin hetzt regelmäßig gegen alles und jeden, welcher nicht in ihr Weltbild passt. Betroffen sind dabei sowohl Queer und die vermeintliche „Homo-Lobby“, Journalist*innen, welche nicht im Sinne von Compact berichten und natürlich der Islam.“ Steven Hummel, ebenfalls Sprecher des Bündnisses ergänzt: „Antisemitismus und Rassismus sind zwei wesentliche Stützpfeiler der inhaltlichen Ausrichtung des Magazins. So werden nach Deutschland kommende Geflüchtete und das Grundrecht auf Asyl pauschalisierend abgelehnt. Geflüchteten wird per se unterstellt kriminell und sexuell übergriffig zu sein. Dieser Hetze stellen wir uns als Bündnis entschieden entgegen.“

Ein erster Schritt zur öffentlichen Auseinandersetzung mit der Zeitschrift Compact und der stattfindenden Konferenz sei ein Offener Brief an mögliche Tagungsorte der Konferenz. Dazu Hummel: „Wir wollen mit dem Offenen Brief, welchen wir an die möglichen Tagungsorte in Leipzig gesendet haben, die Besitzer*innen und Vermieter*innen zuallererst informieren. Wir hoffen weiterhin, dass die Konferenz dadurch ihre Räumlichkeiten verliert.“ Rudolph-Kokot erklärt abschließend: „Die jährlich stattfindende Konferenz dient vor allem der Vernetzung und dem Austausch verschiedenster rechter Akteure. Dies können wir nicht unwidersprochen lassen. Wir rufen die in Frage kommenden Tagungsorte dazu auf ihre Räumlichkeiten nicht für eine Konferenz herzugeben, bei welcher maßgeblich gegen Minderheiten und Pluralismus gehetzt wird.“

Redebeitrag auf der Demonstration am 28. Oktober in Halle

Am 28. Oktober fand in Halle eine Demonstration vom Bündnis “Kick them out – Nazizentren dichtmachen” statt, an welcher sich 1000 Menschen beteiligten.Die Demonstration und die Kampagne richten sich gegen ein Hauprojekt welches von dem Identitären-Ableger in Halle, der Kontrakultur, in der Nähe des Campus bezogen wurde. Wir vom Aktionsbündnis NoCompact hatten die Möglichkeit auf dieser Demonstration einen Redebeitrag zu halten welchen wir an dieser Stelle dokumentieren:

Am 25. November soll in Leipzig die sechste „Compact-Konferenz für Souveränität“ unter dem Titel „Opposition heißt Widerstand“ stattfinden. Was die Compact macht und warum es wichtig ist, diese Konferenz zu verhindern, wollen wir euch an dieser Stelle etwas näher bringen:

Das Compact Magazin erscheint seit 2010 monatlich. Als Querfront-Projekt gestartet – gilt es inzwischen jedoch auch als medialer Arm von Pegida über die AfD bis hin zu den Identitären. Das Magazin findet Anschluss bis in die sogenannte bürgerliche Mitte der Gesellschaft. Dabei versucht die Redaktion sich als Gegenpol in einer angeblich „gleichgeschalteten“ Medienlandschaft zu etablieren. Die Bandbreite an verhandelten Themen im Sinne der politischen Inkorrektheit und des vermeintlichen Tabubruchs ist schier endlos. So hetzen die, mal mehr mal weniger bekannten, Autor*innen regelmäßig gegen Minderheiten. In reißerischer Sprache wird mal über die angebliche „Homo-Lobby“ gewettert oder unter dem Schlagwort des “Genderismus” jegliche progressive feministische Entwicklung diffamiert. Autokraten wie Putin oder Erdogan sind im Magazin sehr beliebt und werden regelrecht abgefeiert. Auch verschwörungsideologische Themen finden hier ausreichend Entfaltungsspielraum. Beate Zschäpe sei schließlich nur das arme Opfer einer Verschwörung von Geheimdiensten. Mal ganz abgesehen von diesen kruden und diskriminierenden Inhalten, avancierte das Magazin im jetzigen Wahlkampf zur Wahlwerbemaschine für die AfD. Thematisch passend zum immer rechter werdenden Diskurs ist die Schwerpunktsetzung des Magazins seit 2015 die Hetze gegen Geflüchtete und die Verbreitung menschenfeindlichen Gedankengutes – also genau die Themen der AfD. Vorrangiges Ziel war es, die AfD als parlamentarischen Arm der völkischen Bewegung zu platzieren. Dass das Konzept wunderbar aufgegangen ist, sehen wir an den aktuellen Wahlergebnissen. Kostenlose Wahlwerbung für die AfD aber auch willkommene Einnahmequelle für Jürgen Elsässer also.

Kurz noch ein paar Worte zu Elsässer – dem Chefredakteur der Compact. Für viele von uns ist Elsässer kein Unbekannter. Politisch engagierte er sich ursprünglich beim Kommunistischen Bund, publizierte in diversen linken Medien und war einer der prominenteren Stichwortgeber der antideutschen Bewegung. Seit der Jahrtausendwende kam es dann zumsukzessiven Bruch mit der linken Szene. Mit dem Entstehen von Pegida und seinen Ablegern ist er nun dort ein gern gesehener Gast. Regelmäßig bedient er sich in seinen Argumentationen antisemitischer Stereotype und Verschwörungstheorien, und einer Blut und Boden Mentalität, die soziale Kämpfe zu ethnischen Konflikten umdeutet.

Jedes Jahr findet die Konferenz an einem anderen Ort statt. Sie ist dabei essentiell für die Vernetzung und den Austausch verschiedenster rechter Akteur*innen. Auf der diesjährigen sogenannten Oppositionskonferenz sollen die Zitat “wichtigsten Vertreter der parlamentarischen und außerparlamentarischen Opposition“ diskutieren. Die als postulierte „Opposition“ eingeladenen Referenten sind allesamt völkische Ideologen: So soll Oliver Hilburger als Mitbegründer einer rechten Gewerkschaft zum Thema „Den Widerstand in die Betriebe tragen“ sprechen. Martin Sellner und Lutz Bachmann sollen zu den „nächsten Aufgaben der außerparlamentarischen Bewegung“ diskutieren. Sellner, einer der Anführer der rechten Identitären Bewegung Österreich, versucht auch in Deutschland rechtsradikale Hetze mit einem hippen ethnopluralistisch-kulturrassistischen Konzept besonders unter jungen Menschen salonfähig zu machen. Bachmann wiederum, hat es mit Pegida längst geschafft, eine faschistoide außerparlamentarische Bewegung zu etablieren, die erfolgreich die Vorfeldarbeit für die AfD geleistet hat. Hier werden Ängste
geschürt,Tatsachen verdreht, falsche Informationen verbreitet und so der Keim für Hass und Angriffe auf Menschen mit Migrationsgeschichte gelegt. Auch Björn Höcke ist mittlerweile als Redner für die Konferenz angekündigt. Ihr seht, es wird also eine illustre Runde an gruseligen und gefährlichen Gestalten.

Für uns heißt das: im Vorfeld und am Tag selbst aktiv zu sein und der Konferenz, ihren Inhalten und ihren Akteur*innen etwas entgegenzusetzen. Als die Compact Konferenz vor 4 Jahren in der Nähe von Leipzig stattfand, konnten wir sie massiv stören und behindern. Das ist auch in diesem Jahr wieder unser Ziel: stören, erschweren, verhindern!

Pressemitteilung 17. Oktober: Breites Bündnis ruft zum Protest gegen die „Compact-Konferenz“ am 25. November in Leipzig auf

Das Bündnis „No Compact“ aus linken und zivilgesellschaftlichen Initiativen hatte bereits 2013 öffentlichkeitswirksam gegen das Magazin von Jürgen Elsässer protestiert. Damals wurde die Veranstaltung im Globana Trade Center in Leipzig-Schkeuditz massiv behindert. Dem ehemals Linken Elsässer werden enge Verbindungen in die Neue Rechte zugeschrieben, unter anderem zum Antaios-Verlag, der am vergangenen Wochenende mit gewalttätigen Ausschreitungen bei der Buchmesse in Frankfurt in die Schlagzeilen geraten war.

Der Aufruf gegen „Compact“ wird getragen von 34 Erstunterzeichnenden, deren Wirkungskreis weit über Leipzig hinaus reicht. Neben Bautzen oder Halle/S. ist auch eine gleichnamige Kampagne „No Compact“ aus Berlin vertreten.

Derzeit ist im Leipziger Stadtrat ein Antrag in der Diskussion, der die Beteiligung des Compact-Magazins sowie weiterer Verlage aus der rechten Szene bei der Leipziger Buchmesse untersagen will. Im Antrag der Fraktion der Die Linke wird auch auch den Antaios-Verlag von Götz Kubitschek Bezug genommen – lange bevor dieser selbst an den gewalttätigen Vorgängen in Frankfurt beteiligt war.

Irena Rudolph-Kokot formuliert als Pressesprecherin für das Bündnis: „Wir rufen auf, im Vorfeld der Konferenz und am Tag selbst aktiv zu sein, den dort propagierten Inhalten und ihren Akteur*innen durch Aufklärung, Information und Protest entschieden zu widersprechen.“

Aktuelles

Herzlich willkommen auf der Website vom Aktionsbündnis NoCompact. Das Bündnis besteht aus verschiedensten Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen. Uns eint das Interesse etwas gegen die am 25. November in Leipzig stattfindende Compact-Konferenz zu unternehmen. Wer wissen will wer hinter dem Bündnis steht werfe einen Blick auf unseren Aufruf und die Unterzeichnenden.

Weitere Infos in Kürze.